[Intro]

Man brachte mich vor achtzehn Jahren
mit sechs Personen durch die Tür.
Die Wand war damals noch nicht doppelt.
Die Kurve war noch breit genug.

[Verse]

Ich stehe zwischen dir und Kisten,
schwarz, verstimmt und viel zu schwer.
Zwei Träger prüfen jede Stufe:
„Keine Chance, nicht diese Kurve.“
Nils legt die Hand auf meine Tasten,
spielt den Akkord vom ersten Lied.

[Chorus]

Das Klavier bleibt, auch wenn Nils geht,
zu breit für die Kurve, zu schwer für die Zeit.
Das Klavier bleibt, wo sein Leben noch steht,
ein schwarzer Beweis, verlorenes Bleiben.
Das Klavier bleibt im zweiten Geschoss
und hält für ihn einen Akkord unerlöst.

[Verse]

Auf der Taste neben dem mittleren C
steht Lenis Name, klein geritzt.
Ein grüner Punkt klebt jetzt am Rahmen:
„Bei Übergabe zu entfernen.“
Nils lacht einmal, dann sagt er leise:
„Vielleicht muss dieses Haus es lernen.“

[Chorus]

Das Klavier bleibt, auch wenn Nils geht,
zu breit für die Kurve, zu schwer für die Zeit.
Das Klavier bleibt, wo sein Leben noch steht,
ein schwarzer Beweis, verlorenes Bleiben.
Das Klavier bleibt im zweiten Geschoss
und hält für ihn einen Akkord unerlöst.

[Piano Interlude]

[Bridge]

Ein Treppenabsatz kennt kein Mitgefühl,
er kennt nur Winkel, Maß und Wand.
Und manchmal entscheidet er allein,
was am Ende bleibt.

[Final Chorus]

Das Klavier bleibt, auch wenn Nils geht,
zu breit für die Kurve, zu schwer für die Zeit.
Das Klavier bleibt, wo sein Leben noch steht,
ein schwarzer Beweis, verlorenes Bleiben.
Das Klavier bleibt im zweiten Geschoss
und hält für ihn einen Akkord unerlöst.

Nils gibt Mara den Schlüssel zum Raum.
Dann spielt das Haus seinen letzten Ton nach.

[Outro]

Die Tür fällt nicht ganz ins Schloss.
Staub sinkt auf die schwarzen Tasten.
Unten trägt Nils zwei Gitarren fort.
Oben bleibt sein Notenständer.

Drei leise Töne.
Eine Taste hängt.

Das Klavier bleibt.
